Das Heiligenhäuschen Hart an der Gemarkungsgrenze zwischen Probbach und Dillhausen, jedoch auf Dillhäuser Gebiet steht idyllisch gelegen eine Kapelle, das “Heiligenhäuschen”. Ein Krieger soll sich im 30jährigen Krieg in Todesangst auf einen Baum geflüchtet haben. Er gelobte,eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes zu errichten, falls er gerettet würde. Expositus (Kaplan) Vogt schreibt in der Pfarrchronik: “Zehn Minuten von Probbach entfernt steht im Dillhäuser Wald an der Probbacher Grenze an gar traulichem Plätzchen ein Mutter Gottes Kapellchen, das Heiligenhäuschen. Frommer Sinn hat das Kapellchen errichtet. Eine schöne Madonna mit dem Kinde ziert heute den Innenraum des Heiligenhäuschens. Gar mancher Erdenpilger aus der näheren und entfernteren Umgebung hat sich hier schon eingefunden, hat hier gekniet und gebetet, von der Gottes Mutter Schutz und Hilfe erfleht und auch erfahren. Wer könnte zählen alle die Ave Maria, die von hier zum Himmel gesandt wurden, wer könnte zählen all die Tröstungen, die bedrängte Christenherzen hier gesucht haben.” Eine uralte Linde - der “rettende Baum” - stand bis vor 70 Jahren bei der Kapelle. Fäulnis hatte den Stamm so ausgehöhlt, dass Kinder sich darin verstecken konnten. Eine neue Linde wurde gepflanzt und gedieh prächtig. Heiligenfiguren- und Bilder, auch Votivtafeln im Innenraum der Kapelle zeugen vom Glauben und Dank der Pilger, die bis heute - besonders im Frühjahr und Sommer - zum Gebet zum Heiligenhäuschen kommen. Am zweiten Sonntag im Mai findet eine Sternwallfahrt aus allen Dörfern der Gemeinde Mengerskirchen statt, der Gottesdienst wird von der Musikkapelle Winkels und den Kirchenchören aller Ortsteile mitgestaltet. Maiandachten sowie eine Wallfahrt am 15. August (Maria Himmelfahrt) sind weitere Höhepunkte religiösen Lebens. Ehrwürdig ist das Heiligenhäuschen auch durch sein Alter. Renovatum Anno 1809 ist dise Capel zu Ehren Gottes durch Almosen und Guteter Reberit durch Peter Pfilibs . So lautet die Inschrift über dem Eingang. Sie hält die Erinnerung an Peter Philpps aus Dillhausen wach, der das Heiligenhäuschen vor mehr als 200 Jahren renovieren ließ. Quelle: aus 700 Jahre Probbach S. 187 Pfarrchronik Dillhausen-Probbach/Alfred Schermuly+
Das Heiligenhäuschen im Dillhäuser Wald an der Grenze zu Probbach Foto:Heinz Peuser
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